Plurakonomie – Vielfalt als wirtschaftliches Prinzip

Ein neues Wort für eine alte Wahrheit Plurakonomie. Das Wort klingt neu – und ist es auch. Zusammengesetzt aus dem Esperanto-Wort plura (= vielfach, zahlreich, plural) und dem deutschen Begriff Ökonomie, benennt es etwas, das zwar nie aufgehört hat zu existieren, aber selten so klar benannt wurde: die Vielfalt der Wirtschaftsweisen als Prinzip, nicht als Mangel. Es gibt bereits den Begriff “Plurale Ökonomik” – eine akademische Bewegung von Ökonominnen und Ökonomen, die sich seit 2003 der Monokultur der neoklassischen Wirtschaftstheorie in Lehre und Forschung widersetzen....

Februar 28, 2026 · 6 Minuten · 1216 Wörter · Andreas Artmann

Was Geld nicht sieht, wird Müll

Was ist Müll eigentlich? Nicht: aus welchem Stoff. Nicht: wie viel davon. Sondern – was macht etwas zum Müll? Diese Frage klingt einfach. Sie führt direkt ins Zentrum unseres Wirtschaftsdenkens. Müll ist kein Stoff. Müll ist ein Urteil. Holz, Plastik, Lebensmittel – keiner dieser Stoffe ist an sich Müll. Er wird es erst durch ein Urteil: Für diesen Kontext nicht mehr brauchbar. Für niemanden mehr gefragt. Wertlos. Müll entsteht nicht im Moment der Entsorgung....

März 1, 2026 · 7 Minuten · 1389 Wörter · Andreas Artmann

Was wir Tauschen nennen

Was meinen wir, wenn wir “tauschen” sagen? Die Frage klingt banal. Sie ist es nicht. Das Wort “Tausch” trägt eine sehr bestimmte Logik in sich – und wir schicken es regelmäßig in Bereiche, wo diese Logik nicht gilt und nicht gelten sollte. Was Tausch wirklich bedeutet “Tauschen” hat einen harten semantischen Kern, der sich nicht wegdefinieren lässt: Gleichzeitigkeit. Beide Seiten geben und empfangen im selben Moment. Kein Intervall, kein Warten, kein Vertrauen in ein Später....

März 10, 2026 · 4 Minuten · 746 Wörter · Andreas Artmann